„Nicht nur die Hand aufhalten“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

NEUBEGINN Erich Thomas und Edmund Dautenheimer verlassen Vorstand / Neuwahlen bei der Lebenshilfe Lampertheim und Ried

Der neue Lebenshilfe-Vorstand

Der neue Lebenshilfe-Vorstand (v. l. n. r.):
Günther Baus, Iris Schnur, Katja Voß und Hugo Kern.
Foto: AfP Asel

Von Lisa Wayand

Durch Fahnen gekennzeichnet und am Samstagmittag in Lampertheim nicht zu übersehen war die Jahreshauptversammlung der Lebenshilfe Lampertheim und Ried. Nicht nur Mitglieder, sondern auch besondere Gäste, unter ihnen Bürgermeister Erich Maier, Erster Stadtrat Jens Klingler sowie Stadtrat und Gründungsmitglied Hans Schlatter, waren bei dieser besonderen Versammlung anwesend, die durch einen Neubeginn gekennzeichnet war.

„Das Erscheinen zum heutigen Anlass zeugt von Interesse und Verantwortung“, begrüßte der Erste Vorsitzende Erich Thomas die Anwesenden. Trotz des allgemeinen Mitgliederschwunds in Vereinen sei die Lebenshilfe nur geringfügig betroffen. „Mit 202 Mitgliedern sind wir nicht bei den kleinsten Vereinen.“ Am ehesten verliere man Mitglieder dann, wenn die unter der Betreuung stehenden Kinder in andere Einrichtungen kämen. Der Bericht des Ersten Vorsitzenden zeigte Erfolge des letzten Jahres sowie weitere Notwendigkeiten auf. „Mit den uns zur Verfügung gestellten öffentlichen Mitteln können wir gute Arbeit leisten, so Thomas, so zum Beispiel eine Fußbodenerneuerung.“ Andere kleinere Wünsche und Anliegen sowie eine Neugestaltung des Eingangsbereichs der Kindertagesstätte, welcher den aktuellen Standards nicht mehr entspreche, seien geplant, bisher aber so noch nicht zu verwirklichen. Zum Bedauern des Vorstandes konnte eine bessere Wärmedämmung aufgrund der hohen anfallenden Kosten „nicht ohne Fremdhilfe geschultert“ werden.

Des Weiteren lobte Thomas das Engagement aller Beteiligten, des Elternbeirats, der Mitglieder sowie aller Vereinshelfer, auf die jederzeit Verlass sei. Dennoch seien Veranstaltungen zur Finanzierung unabdingbar, so beispielsweise das Oldtimertreffen, der Grillhähnchenverkauf oder der „Flohmarkt des Zeitvertreibs“. Zusätzlich trage die Aktion „Restgeld für Lebenshilfe“ bei der Bäckerei Hug einiges bei. „Es ist uns wichtig, dass das Geld in unseren Reihen bleibt – zum Wohl unserer Kinder, denn wir halten nicht nur die Hand auf, sondern tun auch etwas“, betonte Erich Thomas, der von der hochqualifizierten Vereinsarbeit überzeugt ist und allen dafür einen besonderen Dank aussprach.

Der anschließende Kassenbericht von Iris Schnur zeigte für 2012 höhere Ausgaben als Einnahmen auf, die auf die Darlehenstilgung für die Frühförderstelle sowie das Außentherapiegelände und Renovierungen zurückzuführen seien, Schnur habe aber „keine Sorge, dass man es nicht wieder hinbekommt“. Denn vor allem Spenden durch jahrelange treue Mitglieder, andererseits immer wieder von anderen Menschen hälfen dem Verein bei seinen Vorhaben enorm – 2012 kam man auf 37 000 Euro Spenden.

Auf die Entlastung des Vorstandes folgte eine kleine Dankesrede von Bürgermeister Erich Maier: „Ich möchte allen Lob und Dank für ihr Ehrenamt und besonders für die Hilfe für die betroffenen Kinder aussprechen.“ Darauf folgten die Wahlen des neuen Vorstandes, denn Erich Thomas, der bereits seit 26 Jahren das Amt des Ersten Vorsitzenden belegte, wollte nun „Platz für Jüngere machen“, und war außerordentlich froh, dass sich ein Nachfolger gefunden hatte. Günther Baus (47) fand 2006 bei der Geburt seines unter dem Down-Syndrom leidenden Sohnes den Bezug zur Lebenshilfe. Und so wurde er nun zum Ersten Vorsitzenden gewählt, welchem das „gemachte (Schwalben-)Nest“, so Thomas, übergeben wurde.

Auch Edmund Dautenheimer, welcher nach stolzen 46 Jahren aus dem Vorstand ausschied, fand in Hugo Kern (60) einen Nachfolger als Zweiter Vorsitzender. Kern ist seit letztem Sommer in der Lebenshilfe tätig.

Vor allem Baus war begeistert von der großen Ehre und Verantwortung, die nun auf beide übergeht. Als Schatzmeisterin wurde Iris Schnur, als Schriftführerin Katja Voß wiedergewählt. Kurt Fischer verlängerte sein Amt als Kassenprüfer, welches er von nun an mit Elke Dubois-Voß ausführt. Doch die langjährigen Vorsitzenden sollten noch eine besondere Ehrung erfahren, und so einigte man sich darauf, eine Ehrenordnung aufzusetzen und voraussichtlich nächstes Jahr Erich Thomas zum Ehrenvorsitzenden und Edmund Dautenheimer zum Ehrenmitglied zu ernennen. Thomas habe schon immer Verhandlungsgeschick bewiesen und den Verein durch schwierige Zeiten gebracht. Dautenheimer zeichnete sich durch seine Nächstenliebe sowie durch außerordentliches Engagement und Freude aus. Schließlich gingen mit den beiden „der Kapitän und der erste Offizier des Schiffes der Lebenshilfe von Bord“, brachte es Iris Schnur auf den Punkt.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 18.06.2013