„Zusammen für Inklusion“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

PROJEKT Kooperation zwischen Kita Schwalbennest und Frühförderstelle der Lebenshilfe

Von Elfi Hofmann

Lampertheim Lokales / Presseeinladung: Projekt Inklusion, Kita Schwalbennest, Saarstraße 54, Lampertheim/nk

Das Projektteam von „Lebenshilfe Lampertheim-Inklusiv“: Rike Schork, Michael Habeck, Veronika Hempler und Juliane Heinz (von links). Foto: AfP Asel

LAMPERTHEIM. Ab Oktober startet die Lebenshilfe Lampertheim und Ried ihr Projekt „Lebenshilfe Lampertheim-Inklusiv“ unter der Schirmherrschaft von Landrat Matthias Wilkes. Die Integrative Kindertagesstätte Schwalbennest und die Frühförderstelle Lebenshilfe Lampertheim werden dabei interdisziplinär zusammenarbeiten, um ein „Kompetenzzentrum Inklusion“ zu bilden.

„Inklusion ist kein neues Wort für Integration“, erklärt Günter Baus, Erster Vorsitzender der Lebenshilfe Lampertheim und Ried. „Vielmehr vermischen sich die Gruppen der Behinderten und Nichtbehinderten, es gäbe keine Fremden mehr innerhalb der Gemeinschaft. Alle könnten an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilnehmen. Das Projekt ist der erste Schritt zur Inklusion in Lampertheim“, so Baus. „Wir im Schwalbennest leben Inklusion intuitiv durch Reitprojekte oder gemischte Vorschulgruppen“, so die Erzieherin und Musikmentorin Rike Schork, die im Projektteam mitarbeitet. Die Frühförderstelle verfüge ebenfalls über Erfahrungen in diesem Bereich – allerdings ohne ein einheitliches Beratungskonzept.

Und genau darin liegt laut Baus das Problem, denn viele Pädagogen haben schon etwas von Inklusion gehört, anwenden können oder wollen es aber die wenigsten. Ab dem Projektstart im Oktober sollen deshalb auch Mitarbeiter anderer Kindergärten sowie Grundschulen in den beiden Einrichtungen hospitieren können und damit ein Netzwerk aufbauen. Langfristig soll dadurch ein Kompetenzzentrum in Lampertheim entstehen. „Besonders in Schulen ist Inklusion derzeit nur unzureichend unterstützt“, so Baus. Es gebe keine einheitlichen Unterrichtskonzepte und kaum Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrer, die in ihrem Studium selten mit dem Thema konfrontiert werden.

Aber nicht nur pädagogische Aspekte werden in den nächsten Monaten im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen. Besonders wichtig ist eine professionelle Beratung zu den Möglichkeiten der schulischen Inklusion sowie zur Rechtslage. Die Lebenshilfe sieht sich dabei besonders in der Pflicht. Denn viele Eltern wissen nicht, welche Anträge sie stellen können und sind oft von der Komplexität überfordert. Auch wenn noch viel zu tun ist, ist Baus sicher: „Die Kinder, die so aufwachsen, werden die Gesellschaft prägen!“


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 14.09.2013