Claudia

„Denn es kann jeden treffen“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

Von Oliver Lohmann

BEHINDERUNG Lebenshilfe schließt Projekt „Lampertheim inklusiv“ ab / Viele Ideen sollen umgesetzt werden

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Der für alle offene Schwalbennest-Chor sang zur Feier des Tages. Foto: AfP Asel

LAMPERTHEIM – Die Lebenshilfe Lampertheim und Ried hat sich seit November 2013 intensiv mit der Einbindung von behinderten Menschen in die Gesellschaft beschäftigt – das Projekt „Lampertheim inklusiv“ ist jetzt beendet. Am Mittwoch wurden die Ergebnisse des Projekts und ein Folgevorhaben vorgestellt. Zugleich erhielt der Lebenshilfe-Kindergarten einen veränderten Namen: Inklusive Kindertagesstätte Schwalbennest.

Für den Lebenshilfe-Vorsitzenden Günther Baus war der Mittwoch ein besonderer Tag, ein „Meilenstein“. Denn der Abschluss des Projekts „Lampertheim inkulsiv“ stehe für eine engere Zusammenarbeit der beiden Lebenshilfe-Einrichtungen Kita und Frühförderstelle sowie eine bessere Vernetzung dieser mit zahlreichen anderen Institutionen im Kreis Bergstraße. Baus dankte dem Projektteam für das große Engagement und den Idealismus.

Der stellvertretende Landrat Matthias Schimpf gratulierte der Lebenshilfe, dass es gelungen sei, das Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Das Lampertheimer Projekt könne modellhaft für die anderen Kreis-Regionen sein. „Jeder kann von Behinderung betroffen sein. Daher müssen wir Sorge dafür tragen, dass eine Teilhabe an der Gesellschaft für alle möglich ist“, befand Schimpf. Inklusion müsse gelebt werden, politische Absichtserklärungen brächten wenig. Der Kreisbeigeordnete bezeichnete Günter Baus als einen der „Brückenköpfe“ in der Kreisteilhabekonferenz, da er stets ehrliche und höfliche Kritik äußere. Bürgermeister Gottfried Störmer betonte, Lampertheim müsse für alle liebens- und lebenswert sein. Daher sei es eine Aufgabe für Politik und Verwaltung, denjenigen Hilfestellung zu geben, für die Teilhabe an der Gesellschaft nicht so leicht ist. „Ich bin froh, dass es die Lebenshilfe hier gibt. Diese berät und unterstützt uns“, so Störmer.

Projektleiter Michael Habeck dankte seinen Kollegen im Team, die mit großem Einsatz mitgewirkt hätten. Er erinnerte an Fortbildungen, Workshops und Hospitationen in mehreren Schulen, bei denen man sich mit allen Aspekten von Inklusion vertraut gemacht habe. Habecks Projektkollegen Gabi Jäger, Anja Reischert und Raffael Hebig betonten, sie hätten von all dem profitiert, könnten Neues in den Arbeitsalltag einfließen lassen. Sie präsentierten ein neues Faltblatt, das über die Angebote der Kita Schwalbennest und der Frühförderstelle informiert.

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Der neue Lebenshilfe-Mitarbeiter Raffael Hebig half beim Enthüllen der neuen Schrifttafel an der Kita Schwalbennest. Foto: AfP Asel

Mit der Biedensandschule besteht bereits ein Kooperationsvertrag, ein weiterer soll mit der Stadt Lampertheim geschlossen werden. Es soll darum gehen, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, denn: „Es ist in Lampertheim noch nicht selbstverständlich, dass Behinderte durch die Innenstadt laufen.“ Gedacht werde auch an eine Plakette für behindertengerechte Gaststätten und Geschäfte. Weiter regte Baus ein Internetportal an, wo man sich in leichter Sprache über das örtliche Vereinsleben informieren könne. Gefördert werden könnten inklusive Veranstaltungen und die Schaffung behindertengerechten Wohnraums. Außerdem gelte es, den öffentlichen Personennahverkehr in Lampertheim zu verbessern, um Behinderten die Mobilität zu ermöglichen. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollten im Umgang mit Behinderten geschult werden, erläuterte Günther Baus. Auch ein Behindertenwegweiser könnte erstellt werden. Des Weiteren bringe sich die Lebenshilfe beim Aufbau eines Behindertenbeirats mit ein.

Neben diesen Plänen für Lampertheim möchte die Lebenshilfe noch ein zweites Inklusionsprojekt angehen, das vielleicht auch auf die Kreisebene ausgedehnt werden könnte. Baus berichtete, es werde bei der Aktion Mensch ein Antrag auf Unterstützung des Projekts gestellt, um eine neue Stelle zu schaffen. Im Mittelpunkt des Projekts soll die Netzwerkarbeit stehen. Sollte die Aktion Mensch keine Finanzspritze geben, werde das Projekt trotzdem ab dem kommenden Jahr angegangen, wenn auch eingeschränkt.

Zum Abschluss der kleinen Feierstunde am Ende des ersten Inkusionsprojekts wurde die neue Schrifttafel vor der Kita enthüllt. Jetzt ist das Schwalbennest auch im Namen inklusiv.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 07.05.2015

„Verzichtet und gespendet“ – Artikel im Südhessen Morgen

LEBENSHILFE: Urkunde für Franziska Weidenauer

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Spende an die Lebenshilfe (v.l.) Iris Schnur (Lebenshilfe), Franziska Weidenauer, Susanne Bürkelbach (Frühförderstelle) und Günther Baus (Lebenshilfe). Bild: jkl

LAMPERTHEIM. „So lange wir unser Geschäft haben, werden wir weiter für die Lebenshilfe spenden.“ Als Franziska Weidenauer die Räumlichkeiten der Frühförderstelle betrat, wurde sie wie eine alte Bekannte begrüßt. Ihr Erscheinen bedeutet in der Regel Gutes für den Verein und diesmal gar ein Jubiläum: Seit genau 20 Jahren gibt sie und ihr Mann Rudolf, gemeinsam Inhaber des Pressefachgeschäfts am Nibelungenplatz, finanzielle Zuwendungen an die Lebenshilfe.

 „Wir verzichten jedes Jahr darauf, Weihnachtsgeschenke in Form von Kalendern oder Stiften an die Kundschaft auszugeben. Stattdessen führen wir das Geld einem wohltätigen Zweck zu.“ 400 Euro wechseln so jeden Dezember den Besitzer. Weidenauer: „Zusätzlich dazu schlachten wir in der Vorweihnachtszeit unser Trinkgeldschwein und runden so den Betrag auf.“ Das Schwein war diesmal besonders prall gefüllt, was die Spende noch einmal um 150 bis 200 Euro erhöhen dürfte.

Die Leiterin der Frühförderstelle, Susanne Bürkelbach, zeigte sich begeistert über die langjährige Unterstützung der Weidenauers: „Sie haben auf diesem Weg schon insgesamt um die 10 000 Euro gespendet und viele unserer Projekte unterstützt.“ Der Lohn der guten Tat: Günther Baus, Vorsitzender der Lebenshilfe, ehrte sie mit einer Urkunde für ihr „herausragendes soziales Engagement“. Baus betonte die Wichtigkeit solcher Zuwendungen, von denen man abhängig sei, da „wir jährlich einen Pauschalbetrag vom Kreis Bergstraße bekommen und alles was darüber hinaus geht selbst stemmen müssen“. jkl


Quelle: Südhessen Morgen vom 06.12.2014

 

„Nikolausstiefel zum 20. Mal gefüllt“ – Artikel im Tip

Lebenshilfe freut sich über erneute Spende durch Pressefachgeschäft „Kiosk am Nibelungenplatz“

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Freude beim Jubiläum: Bereits zum 20. Mal übergab Franziska Weidenauer vom Pressefachgeschäft „Kiosk am Nibelungenplatz” (2.v.l.) eine Spende an die Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Lampertheim, vertreten durch den 1. Vorsitzenden Günther Baus (r.), Susanne Bürkelbach (2.v.r.) und Iris Schnur (l.). Foto: Benjamin Kloos

LAMPERTHEIM – Große Freude herrschte am Donnerstag in den Räumen der Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Lampertheim in der Saarstraße 56: Zum mittlerweile 20. Mal in Folge füllten Franziska und Rudolf Weidenauer, Inhaber des Pressefachgeschäft „Kiosk am Nibelungenplatz”, den „Nikolausstiefel”. Auch in diesem Jahr wurde eine Spende in Höhe von 400 Euro überreicht – aufgestockt durch zwei große Beutel Münzgeld, die in einer eigens aufgestellten Spardose durch die Kunden gesammelt wurden.

„Diese nun jahrzehntelange Unterstützung ist fantastisch”, freute sich Susanne Bürkelbach von der Frühförder- und Beratungsstelle und überreicht Franziska Weidenauer eine Ehrenurkunde „für dieses besondere soziale Engagement. Sie haben auf diesem Weg mittlerweile mit insgesamt 10.000 Euro viele unserer Projekte unterstützt, dafür herzlichen Dank.”

Auch der 1. Vorsitzende der Lebenshilfe, Günther Baus, ließ es sich nicht nehmen, persönlich danke zu sagen. „Die Frühförderstelle wird durch den Kreis Bergstraße finanziert, alles, was über diesen Pauschalbetrag an Kosten anfällt, müssen wir finanzieren. Daher sind wir auf Spenden wie diese dringend angewiesen und freuen uns über jede Unterstützung.”

„Wir werden diese Aktion auch in den kommenden Jahren sicher fortführen”, versprach Franziska Weidenauer. „Statt der obligatorischen Kugelschreiber und Kalender für unsere Kunden unterstützen wir lieber die vielfältigen Aufgaben der Frühförder- und Beratungsstelle. Vielen Dank an unsere Kunden für deren Verständnis und Spenden.” Von Benjamin Kloos


Quelle: Tip vom 06.12.2014

 

„Seit 20 Jahren aktiv“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

Von Elfi Hofmann

SPENDE Franziska Weidenauer übergibt der Lebenshilfe 400 Euro

LAMPERTHEIM – Immer zur Weihnachtszeit füllt Franziska Weidenauer den „Nikolausstiefel“ mit einer großen Spende. In diesem Jahr übergab die Inhaberin des Pressefachgeschäfts „Kiosk am Nibelungenplatz“ 400 Euro und blickt dabei auf mittlerweile 20 Jahre zurück, in denen sie rund 10 000 Euro für die Einrichtung zusammengetragen hat.

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Iris Schnur (Rechnerin der Lebenshilfe), Franziska Weidenauer, Susanne Bürkelbach (Leiterin der Frühförderstelle) und Günther Baus (Erster Vorsitzender der Lebenshilfe) freuen sich auf hoffentlich noch viele volle „Nikolausstiefel“. Foto: AfP Asel

„Für diese lange Zeit und die tolle Leistung erhalten Sie in diesem Jahr etwas ganz Besonderes“, würdigte Susanne Bürkelbach, Leiterin der Frühförderstelle, die Spenderin und übergab ihr eine Ehrenurkunde. Statt der obligatorischen Kugelschreiber und Kalender als Weihnachtsgeschenke für die Kundschaft anzuschaffen, unterstütze Weidenauer lieber und immer wieder die Einrichtung. Auch der Kundenstamm ihres Kiosks unterstützt die Aktion und füttert auch gerne mal das Sparschwein.

Mit den Spenden wurden über viele Jahre kleinere und größere Projekte unterstützt, zu denen auch die Anschaffung von diagnostischen Material gehört, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. „Wir bekommen natürlich einen Pauschalbetrag vom Kreis Bergstraße, aber den Rest finanzieren wir über Spenden und Mitgliederbeiträge“, erklärte Günther Baus bei der Spendenübergabe am Donnerstagabend. Alles alleine zu schultern sei sehr schwer, der Spielraum so einfach viel größer, so der Erste Vorsitzende der Lebenshilfe.

Besonders im Fokus steht der Ausbau der Beratung, wie Bürkelbach erklärte. „Beratungs- und Therapiestunden sind richtig teuer, auch Utensilien brauchen wir“, so die Leiterin der Frühförderstelle. Auch Material, das durch die häufige Nutzung schneller kaputt gehe, werde natürlich immer so schnell wie möglich ersetzt.

Franziska Weidenauer selbst ist sich sicher, dass sie sie lange wie möglich für die Lebenshilfe spenden möchte. „Wir machen das, so lange wir noch unser Geschäft haben“, erzählte sie lachend. Und vielleicht ergibt sich auch im Rentenalter noch die ein oder andere Münze, um den „Nikolausstiefel“ weiter zu füllen.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 05.12.2014

 

„Reden wir über das I-Wort“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

FAJUSEA Ausschuss spricht sich für mehr Inklusion aus / Empfehlung für einen Behindertenbeirat

LAMPERTHEIM – (aheu). Die Frage, wann Lampertheim inklusiv ist, beantwortet Günther Baus vor dem Auschuss für Familie, Jugend und Senioren (FaJuSeA) kurz und bündig: „Dann, wenn wir nicht mehr darüber reden müssen.“ Bis zur Verwirklichung des Wunsches, den der Erste Vorsitzende der Lebenshilfe äußert, ist es noch ein weiter Weg. Geredet wird viel, was nicht zuletzt der Fall des Schülers Henri aus Walldorf gezeigt hat. Der Junge aus Walldorf hat das Down-Syndrom und sollte auf Wunsch seiner Eltern auf ein Gymnasium gehen. Doch die Eltern fanden keine Schule, die Henri aufnehmen wollte.

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Wo steht Lampertheim in Sachen Inklusion? Günther Baus klärt die Ausschussmitglieder auf. Foto: AfP Asel

Der aus dem Lateinischen stammende Begriff Inklusion (von dem Verb includere) ist seinem Ursprung nach eigentlich missverständlich: denn neben dem „miteinschließen“ kann er auch „hemmen, zurückhalten“ bedeuten. Nun ist offensichtlich, dass mit dem Wort „Zugehörigkeit“ gemeint ist – also das Gegenteil von Exklusion. Günther Baus zeigt zur Veranschaulichung mehrere Kreise aus kleinen, bunten Pünktchen, die auf die Leinwand geworfen werden. „Separation“ sei jenes Phänomen gewesen, das beispielsweise noch in den 60ern praktiziert wurde: „Damals gab es Wohnheime für Menschen mit Behinderung, die außerhalb der Städte erbaut wurden“, erinnert der Lebenshilfe-Vorsitzende. Durch Förderschulen wurden die Betroffenen vom Regelunterricht ferngehalten. Die Distanzierung war demnach eine räumliche wie soziale. Die Integration dann brachte spezielle Unterrichtsangebote für Kinder mit Behinderung.

Baus fasst den Begriff Inklusion relativ weit: Einmal als Prozess, der allen Menschen Chancen zur Teilhabe und einem selbstbestimmten Leben ermöglichen soll. Zum anderen als Menschenrecht, das in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben ist. Und schließlich als Ansatzpunkt für Grundsätzliches, der das Selbstverständnis einer Gesellschaft offenbart: „Welches Menschenbild haben wir? Welche Werte sind uns wichtig?“, fragt Baus.

Die Lebenshilfe ihrerseits sei mit gutem Beispiel vorangegangen. Bis zum Mai 2015 gibt es ein Vorabprojekt, das von der „Aktion Mensch“ gefördert wird. Lampertheim will inklusiver werden und hierfür weitere Vorbereitungen für das Projekt „Lampertheim inklusiv“ treffen. Das Ziel: grundlegende Strukturen schaffen, um langfristig eine bessere Unterstützung von Menschen mit Behinderung zu ermöglichen. Dies soll besonders für die Bereiche Bildung, Arbeit und Freizeit gelten. Laufen soll das Projekt bis 2018. Die Verwaltung möchte daher die Lebenshilfe und Akteure der Lokalen Agenda sowie andere etwaige Gruppen an einen Tisch bringen und weitere Ziele und Maßnahmen erörtern. Insbesondere – und dies sehen die Ausschussmitglieder ebenso – soll es einen Behindertenbeirat geben. Menschen mit Behinderung sollen ins Projekt „Lampertheim – inklusiv“ miteinbezogen werden und beispielsweise an vier öffentlichen Workshops teilnehmen. Baus schweben Weiterbildungen für Lehrer vor. Zudem ist eine Kooperationsvereinbarung der Stadt mit der Biedensandschule angedacht.

Erster Stadtrat Jens Klingler spricht bezüglich des Behindertenbeirates von einem „Glücksfall“ und merkte an, dass das Thema in der Vergangenheit „etwas stiefmütterlich“ behandelt worden sei.

Des Weiteren behandelt ein SPD-Antrag ein weiteres inklusives Thema. Städtische Publikationen sollen nach Vorstellung der Genossen auch in sogenannter Leichter Sprache angeboten werden. Die Bundeszentrale für Politische Bildung beispielsweise bietet Informationen in Leichter Sprache und Bebilderungen an. Laut Stadtsprecher Stefan Nickel würde das Hinzuziehen eines externen Anbieters zum Erstellen einer Seite in Leichter Sprache pro Internetseite 120 Euro betragen. Diese wäre dann ein Zusatzangebot zu den bereits bestehenden. Sozialdemokrat Marius Schmidt plädiert dafür, die Erörterung der genauen sprachlichen Regelungen zunächst „den Betroffenen zu überlassen“.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 29. November 2014

„Behinderte sollen Beirat bilden“ – Artikel im Südhessen Morgen

SOZIALES: Erster Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Stadt / Projekt startet 2015

Von Susanne Wassmuth-Gumbel

LAMPERTHEIM. Die Alten haben einen, die Jungen auch und nun sollen auch Lampertheimer mit Behinderung einen bekommen: einen Beirat, der in der Kommunalpolitik, der Verwaltung und im öffentlichen Leben ihre Interessen vertritt. Dafür hat am Donnerstagabend der Ausschuss für Familie, Jugend und Senioren den Weg frei gemacht.

Einstimmig haben die Fraktionen dafür gestimmt, dass die Verwaltung alles in die Wege leitet, um ein solches Gremium zu installieren. Als erstes sollen die Gruppierungen, die sich für Menschen mit Behinderung einsetzen, namentlich der Sozialverband VdK und die Lebenshilfe, sowie die Bürger, die sich als Betroffene bereits in der Lokalen Agenda engagieren, zu gemeinsamen Gesprächen eingeladen werden.

Viele Fragen sind zu klären: Wer kann in einen solchen Beirat gewählt werden? Wie soll er gebildet werden – durch Wahl oder Entsendung? Welche Aufgaben soll das Gremium übernehmen? Grundlegende Überlegungen sind notwendig – wie es sie auch im Vorfeld der Gründungen des Senioren- und des Jugendbeirats gegeben hat. Erster Stadtrat Jens Klingler, als Dezernent für den Fachbereich Familie und Soziales zuständig, bezeichnete es als Glücksfall, „dass aus der Agendagruppe heraus das Bestreben nach der Gründung eines Behindertenbeirats gekommen ist. Es gibt nichts besseres, als wenn sich Betroffene engagieren wollen.“

„Lebenshilfe inklusiv“

Ehe der Ausschuss über die Bildung des Beirats entschied, hatte Günther Baus, Vorsitzender der Lampertheimer Lebenshilfe, das Projekt „Lebenshilfe inklusiv“ vorgestellt. Dieses Projekt läuft seit Mai dieses Jahres und wird von der „Aktion Mensch“ unterstützt. Dabei geht es um die Weiterbildung der Lebenshilfe-Mitarbeiter bezüglich des Themas Inklusion, die Aufnahme des Themas in die Beratungstätigkeit, die Überarbeitung der Konzeption für den Kindergarten Schwalbennest und die Frühförderstelle sowie um Aufbau und Pflege von Netzwerken, vor allem mit Kindertagesstätten und Grundschulen.

Das Projekt „Lebenshilfe inklusiv“ ist als Vorläufermodell gedacht für das Projekt „Lampertheim inklusiv“. Das soll mit noch zu beantragenden Fördermitteln der „Aktion Mensch“ Lampertheim zu einer Stadt machen soll, in der Inklusion gelebt wird und Behinderte gleichberechtigt an Bildung, Freizeit und Arbeitsleben teilhaben können.

Baus machte deutlich, dass Inklusion mehr ist als Integration. Inklusion sei eine gesellschaftliche Grundhaltung, mit der die Chancen aller Menschen zur selbstbestimmten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessert werden sollen. Am Beispiel Schulunterricht zeigte er, dass Inklusion dann verwirklicht sei, wenn alle Kinder gemeinsam unterrichtet würden und für alle ein nach ihrem persönlichen Leistungsvermögen differenzierter Unterricht stattfindet – für die Hochbegabten genauso wie für Kinder mit Lernbehinderung. Inklusion sei dann existent, wenn eigentlich nicht mehr darüber diskutiert werden muss, wer wie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.

„Lampertheim inklusiv“ soll ein erster Schritt auf diesem langen Weg sein. In vier öffentlichen Workshops sollen im kommenden Jahr die langfristigen Ziele erarbeitet werden.


Quelle: Südhessen Morgen vom 29. November 2014

„Lebenshilfe – Das Ende der Warteliste?“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

Von Oliver Lohmann

Kreis Bergstraße erhöht Budget für Frühförderstelle

Ein Stück Papier, das bares Geld wert ist: Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf (links) überreicht Susanne Bürkelbach (Leiterin der Frühförderstelle) und Lebenshilfe-Vorsitzendem Günther Baus den Änderungsvertrag. Foto: AfP Asel

LAMPERTHEIM – Solch ein Besuch ist immer willkommen: Der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf besichtigte am Donnerstagnachmittag die Kindertagesstätte Schwalbennest samt Garten und die benachbarte Frühförderstelle der Lebenshilfe Lampertheim und Ried. Und mit im Gepäck hatte er einen Änderungsvertrag, der der Frühförderungs- und Beratungsstelle in der Saarstraße einen deutlich höheren Jahreszuschuss verspricht.

An die Frühförderstelle können sich Eltern wenden, deren Kinder Auffälligkeiten in ihrer Entwicklung aufweisen, die von Behinderung bedroht oder behindert sind. Frühförderung kann von der Geburt an bis spätestens zur Einschulung angeboten werden. „Ziel der pädagogischen Frühförderung und Beratung ist es, die Fähigkeiten der von uns begleiteten Kinder, zur Entfaltung und Differenzierung zu bringen, um ihre Handlungs- und Kommunikationsmöglichkeiten zu fördern“, so die Lebenshilfe.

In den letzten Jahren allerdings wurde die Warteliste wegen des fehlenden Personals immer länger. Manche Kinder mussten bis zu einem Jahr warten, bis sie ihre Förderung erhielten. Doch ab 1. Januar nächsten Jahres wird sich die Situation bessern. Denn der Kreis Bergstraße erhöht seinen jährlichen Beitrag um knapp 78000 auf rund 366000 Euro.

Damit wird die Personalkapazität der Frühförderung von 4,5 auf fünf Vollzeitstellen erhöht. Zum zweiten wird die Leitungsstelle von 50 auf 85 Prozent heraufgesetzt. Der Grund: Die Koordinierungsaufgaben in den Bereichen Frühförderung, Therapie und Kindergartenfachberatung haben zugenommen. Außerdem muss das Projekt „Lebenshilfe Lampertheim inklusiv“ betreut werden. Zum dritten wird die Finanzierungspauschale des Kreises erhöht, womit gestiegene Personal- und Energiekosten aufgefangen werden können. „Erstmals seit fünf Jahren gibt es mehr Geld“, sagte ein erfreuter Lebenshilfe-Vorsitzender Günther Baus. Leider bleibe dennoch ein Defizit der Frühförder- und Beratungsstelle, das die Lebenshilfe begleichen müsse.

„Eine lange Warteliste darf nicht sein, und auch die Leitungsaufgaben der Frühförderstelle müssen vernünftig gemacht werden können“, befand Kreisbeigeordneter Schimpf. Erfreulich fand er die räumliche Nähe von Kita und Frühförderstelle in Kombination mit einem Freigelände. Das seien gute Voraussetzungen für die inklusive Arbeit der Lebenshilfe. Und das damit verbundene gemeinsame Aufwachsen von Kindern „mit und ohne Handicap“ könne dazu führen, dass Verschiedenheit künftig als „normal angesehen“ werde. Allerdings dürfe bei der Inklusion niemand überfordert werden.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 17. Oktober 2014

„Wartungskosten senken“ – Artikel im Südhessen Morgen

 

Der Vorsitzende der Lebenshilfe, Günther Baus (links), bei der Spendenübergabe mit Holger Tempel von "webalytics" und Mitarbeiterin Martina Roos. Bild: sto

Der Vorsitzende der Lebenshilfe, Günther Baus (links), bei der Spendenübergabe mit Holger Tempel von „webalytics“ und Mitarbeiterin Martina Roos. Bild: sto

LAMPERTHEIM. Am Anfang stand die Überlegung der Lebenshilfe, die Verwaltungskosten speziell im IT-Bereich zu senken, wie Vorsitzender Günther Baus berichtete. Sowohl bei der Frühförderstelle als auch bei der integralen Kindertagesstätte sollte eine einheitliche Infrastruktur entstehen, um Wartungskosten bei den Endgeräten zu senken und um die Zusammenführung aller Personal Computer in einem Netzwerk sicher zustellen.

Die Lampertheimer Firma „webalytics“ biete hier optimale Lösungen an und sei auf den Geschäftsfeldern Hosting und Webmarketing seit 1991 erfolgreich, wie Geschäftsführer Holger Tempel informierte. Er habe selbst ein behindertes Kind, das in der Frühförderstelle betreut wird, begründete Tempel sein Engagement. webalytics spendete 3000 Euro für Endgeräte und 7000 Euro in Form von Arbeitsstunden für die Installation der Software. Das Einsparungsziel wurde voll erreicht, sagte Günther Baus und die daraus resultierenden Änderungen wurden von den Mitarbeitern positiv aufgenommen.

Erleichtern wird das neue System nach eigenen Angaben auch die Projektarbeit. Das Thema „Lebenshilfe Inklusion“ soll demnächst zum Abschluss kommen und auch die Feiern zum 40-jährigen Bestehen der Lebenshilfe im kommenden Jahr werfen ihre Schatten voraus. Geplant ist ein Festwochenende mit akademischer Feier sowie ein Spiel- und Sportfest. sto


Quelle: Südhessen Morgen vom 11. Oktober 2014

„Gerüstet fürs Jubiläumsjahr“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

Von Oliver Lohmann

LEBENSHILFE Hiesige Firma spendet EDV und Dienstleistungen im Wert von 10.000 Euro

LAMPERTHEIM – Im Laufe der Jahre wurde die Lebenshilfe Lampertheim und Ried schon oft mit Spenden bedacht, zumeist gab es Geld, das für bestimmte Projekte benötigt wurde. Ausnahmsweise hat die gemeinnützige Organisation jetzt eine Sachspende in Kombination mit einer Dienstleistung bekommen, ohne dafür zahlen zu müssen: Ein Lampertheimer Unternehmen erneuerte die EDV-Ausstattung und installierte sie auch gleich. Am Freitag zeigte die Lebenshilfe unserer Zeitung die technisch erneuerten Büros.

„Unsere Computer-Infrastruktur war veraltet, wir benötigten daher eine neue. Zugleich wollten wir die Betriebskosten senken. Jetzt sind wir moderner ausgestattet, können schneller und sicherer arbeiten, und sparen auch noch 65 Euro Betriebskosten im Monat“, erläuterte Lebenshilfe-Vorsitzender Günther Baus. Die Lampertheimer Firma Webalytics spendete der Lebenshilfe Rechner, Bildschirme und Drucker im Gesamtwert von 3.000 Euro und verzichtete auch auf eine Bezahlung von 55 Arbeitsstunden, die beim Einrichten der neuen Geräte und der Installation der Anwenderprogramme anfielen. Insgesamt kam so die Spende von rund 10.000 Euro zusammen.

„Alle Mitarbeiter können nun auf die Programme zugreifen, die auf dem Server installiert sind. Die Wartung erfolgt, mit Ausnahme der PCs, zentral“, erläuterte Baus. Die Kindertagesstätte Schwalbennest wurde zudem an das Netzwerk der Frühförderstelle angeschlossen. Holger Tempel, Geschäftsführer der 1991 gegründeten Firma Webalytics, berichtete, er habe selbst ein Kind, das die Kita Schwalbennest besucht. Daher kenne er die Lebenshilfe und finde sie unterstützenswert.

Derart gut ausgerüstet, kann die Lebenshilfe nicht nur ihre Verwaltungsaufgaben komfortabler erfüllen, sondern sich auch noch besser auf zwei Jubiläen, die 2015 anstehen, vorbereiten: Die Kita Schwalbennest besteht dann seit 40 Jahren, die Frühförderstelle seit 30 Jahren. In Planung ist ein Festwochenende am 4. und 5. Juli mit einer akademischen Feier sowie einem inklusiven Spiel- und Sportfest. Außerdem ist im Mai 2015 eine größere Veranstaltung vorgesehen, um das Projekt „Lampertheim inklusiv“ abzuschließen. Bei dem Projekt will sich die Lebenshilfe beim Thema Inklusion „fit machen“. „Die Kita Schwalbennest wird dann auch umbenannt: statt integrativ heißt es dann inklusiv“, erläuterte Baus.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 11. Oktober 2014

Informationsveranstaltung „Patientenverfügung“

Die Lebenshilfe Heppenheim hat für Donnerstag, 11.9.2014, 19.30 h, im Lokal „Am Stadtgraben“, Gräffstr. 8, eine Informationsveranstaltung mit dem Rechtsanwalt und Notar Dr. Helmut Engelhard organisiert, zu der gerne auch auswärtige interessierte Lebenshilfe-Mitglieder, Angehörige und Freunde von Behinderten eingeladen sind.

Thema: „Patientenverfügung für Menschen, die selbst nicht geschäftsfähig sind„.

Nach einer Einleitung seinerseits ist RA Dr. Engelhard bereit, Antwort auf Fragen der Zuhörer zu geben.