„Behinderte sollen Beirat bilden“ – Artikel im Südhessen Morgen

SOZIALES: Erster Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Stadt / Projekt startet 2015

Von Susanne Wassmuth-Gumbel

LAMPERTHEIM. Die Alten haben einen, die Jungen auch und nun sollen auch Lampertheimer mit Behinderung einen bekommen: einen Beirat, der in der Kommunalpolitik, der Verwaltung und im öffentlichen Leben ihre Interessen vertritt. Dafür hat am Donnerstagabend der Ausschuss für Familie, Jugend und Senioren den Weg frei gemacht.

Einstimmig haben die Fraktionen dafür gestimmt, dass die Verwaltung alles in die Wege leitet, um ein solches Gremium zu installieren. Als erstes sollen die Gruppierungen, die sich für Menschen mit Behinderung einsetzen, namentlich der Sozialverband VdK und die Lebenshilfe, sowie die Bürger, die sich als Betroffene bereits in der Lokalen Agenda engagieren, zu gemeinsamen Gesprächen eingeladen werden.

Viele Fragen sind zu klären: Wer kann in einen solchen Beirat gewählt werden? Wie soll er gebildet werden – durch Wahl oder Entsendung? Welche Aufgaben soll das Gremium übernehmen? Grundlegende Überlegungen sind notwendig – wie es sie auch im Vorfeld der Gründungen des Senioren- und des Jugendbeirats gegeben hat. Erster Stadtrat Jens Klingler, als Dezernent für den Fachbereich Familie und Soziales zuständig, bezeichnete es als Glücksfall, „dass aus der Agendagruppe heraus das Bestreben nach der Gründung eines Behindertenbeirats gekommen ist. Es gibt nichts besseres, als wenn sich Betroffene engagieren wollen.“

„Lebenshilfe inklusiv“

Ehe der Ausschuss über die Bildung des Beirats entschied, hatte Günther Baus, Vorsitzender der Lampertheimer Lebenshilfe, das Projekt „Lebenshilfe inklusiv“ vorgestellt. Dieses Projekt läuft seit Mai dieses Jahres und wird von der „Aktion Mensch“ unterstützt. Dabei geht es um die Weiterbildung der Lebenshilfe-Mitarbeiter bezüglich des Themas Inklusion, die Aufnahme des Themas in die Beratungstätigkeit, die Überarbeitung der Konzeption für den Kindergarten Schwalbennest und die Frühförderstelle sowie um Aufbau und Pflege von Netzwerken, vor allem mit Kindertagesstätten und Grundschulen.

Das Projekt „Lebenshilfe inklusiv“ ist als Vorläufermodell gedacht für das Projekt „Lampertheim inklusiv“. Das soll mit noch zu beantragenden Fördermitteln der „Aktion Mensch“ Lampertheim zu einer Stadt machen soll, in der Inklusion gelebt wird und Behinderte gleichberechtigt an Bildung, Freizeit und Arbeitsleben teilhaben können.

Baus machte deutlich, dass Inklusion mehr ist als Integration. Inklusion sei eine gesellschaftliche Grundhaltung, mit der die Chancen aller Menschen zur selbstbestimmten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessert werden sollen. Am Beispiel Schulunterricht zeigte er, dass Inklusion dann verwirklicht sei, wenn alle Kinder gemeinsam unterrichtet würden und für alle ein nach ihrem persönlichen Leistungsvermögen differenzierter Unterricht stattfindet – für die Hochbegabten genauso wie für Kinder mit Lernbehinderung. Inklusion sei dann existent, wenn eigentlich nicht mehr darüber diskutiert werden muss, wer wie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.

„Lampertheim inklusiv“ soll ein erster Schritt auf diesem langen Weg sein. In vier öffentlichen Workshops sollen im kommenden Jahr die langfristigen Ziele erarbeitet werden.


Quelle: Südhessen Morgen vom 29. November 2014

„Lebenshilfe – Das Ende der Warteliste?“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

Von Oliver Lohmann

Kreis Bergstraße erhöht Budget für Frühförderstelle

Ein Stück Papier, das bares Geld wert ist: Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf (links) überreicht Susanne Bürkelbach (Leiterin der Frühförderstelle) und Lebenshilfe-Vorsitzendem Günther Baus den Änderungsvertrag. Foto: AfP Asel

LAMPERTHEIM – Solch ein Besuch ist immer willkommen: Der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf besichtigte am Donnerstagnachmittag die Kindertagesstätte Schwalbennest samt Garten und die benachbarte Frühförderstelle der Lebenshilfe Lampertheim und Ried. Und mit im Gepäck hatte er einen Änderungsvertrag, der der Frühförderungs- und Beratungsstelle in der Saarstraße einen deutlich höheren Jahreszuschuss verspricht.

An die Frühförderstelle können sich Eltern wenden, deren Kinder Auffälligkeiten in ihrer Entwicklung aufweisen, die von Behinderung bedroht oder behindert sind. Frühförderung kann von der Geburt an bis spätestens zur Einschulung angeboten werden. „Ziel der pädagogischen Frühförderung und Beratung ist es, die Fähigkeiten der von uns begleiteten Kinder, zur Entfaltung und Differenzierung zu bringen, um ihre Handlungs- und Kommunikationsmöglichkeiten zu fördern“, so die Lebenshilfe.

In den letzten Jahren allerdings wurde die Warteliste wegen des fehlenden Personals immer länger. Manche Kinder mussten bis zu einem Jahr warten, bis sie ihre Förderung erhielten. Doch ab 1. Januar nächsten Jahres wird sich die Situation bessern. Denn der Kreis Bergstraße erhöht seinen jährlichen Beitrag um knapp 78000 auf rund 366000 Euro.

Damit wird die Personalkapazität der Frühförderung von 4,5 auf fünf Vollzeitstellen erhöht. Zum zweiten wird die Leitungsstelle von 50 auf 85 Prozent heraufgesetzt. Der Grund: Die Koordinierungsaufgaben in den Bereichen Frühförderung, Therapie und Kindergartenfachberatung haben zugenommen. Außerdem muss das Projekt „Lebenshilfe Lampertheim inklusiv“ betreut werden. Zum dritten wird die Finanzierungspauschale des Kreises erhöht, womit gestiegene Personal- und Energiekosten aufgefangen werden können. „Erstmals seit fünf Jahren gibt es mehr Geld“, sagte ein erfreuter Lebenshilfe-Vorsitzender Günther Baus. Leider bleibe dennoch ein Defizit der Frühförder- und Beratungsstelle, das die Lebenshilfe begleichen müsse.

„Eine lange Warteliste darf nicht sein, und auch die Leitungsaufgaben der Frühförderstelle müssen vernünftig gemacht werden können“, befand Kreisbeigeordneter Schimpf. Erfreulich fand er die räumliche Nähe von Kita und Frühförderstelle in Kombination mit einem Freigelände. Das seien gute Voraussetzungen für die inklusive Arbeit der Lebenshilfe. Und das damit verbundene gemeinsame Aufwachsen von Kindern „mit und ohne Handicap“ könne dazu führen, dass Verschiedenheit künftig als „normal angesehen“ werde. Allerdings dürfe bei der Inklusion niemand überfordert werden.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 17. Oktober 2014

„Wartungskosten senken“ – Artikel im Südhessen Morgen

 

Der Vorsitzende der Lebenshilfe, Günther Baus (links), bei der Spendenübergabe mit Holger Tempel von "webalytics" und Mitarbeiterin Martina Roos. Bild: sto

Der Vorsitzende der Lebenshilfe, Günther Baus (links), bei der Spendenübergabe mit Holger Tempel von „webalytics“ und Mitarbeiterin Martina Roos. Bild: sto

LAMPERTHEIM. Am Anfang stand die Überlegung der Lebenshilfe, die Verwaltungskosten speziell im IT-Bereich zu senken, wie Vorsitzender Günther Baus berichtete. Sowohl bei der Frühförderstelle als auch bei der integralen Kindertagesstätte sollte eine einheitliche Infrastruktur entstehen, um Wartungskosten bei den Endgeräten zu senken und um die Zusammenführung aller Personal Computer in einem Netzwerk sicher zustellen.

Die Lampertheimer Firma „webalytics“ biete hier optimale Lösungen an und sei auf den Geschäftsfeldern Hosting und Webmarketing seit 1991 erfolgreich, wie Geschäftsführer Holger Tempel informierte. Er habe selbst ein behindertes Kind, das in der Frühförderstelle betreut wird, begründete Tempel sein Engagement. webalytics spendete 3000 Euro für Endgeräte und 7000 Euro in Form von Arbeitsstunden für die Installation der Software. Das Einsparungsziel wurde voll erreicht, sagte Günther Baus und die daraus resultierenden Änderungen wurden von den Mitarbeitern positiv aufgenommen.

Erleichtern wird das neue System nach eigenen Angaben auch die Projektarbeit. Das Thema „Lebenshilfe Inklusion“ soll demnächst zum Abschluss kommen und auch die Feiern zum 40-jährigen Bestehen der Lebenshilfe im kommenden Jahr werfen ihre Schatten voraus. Geplant ist ein Festwochenende mit akademischer Feier sowie ein Spiel- und Sportfest. sto


Quelle: Südhessen Morgen vom 11. Oktober 2014

„Gerüstet fürs Jubiläumsjahr“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

Von Oliver Lohmann

LEBENSHILFE Hiesige Firma spendet EDV und Dienstleistungen im Wert von 10.000 Euro

LAMPERTHEIM – Im Laufe der Jahre wurde die Lebenshilfe Lampertheim und Ried schon oft mit Spenden bedacht, zumeist gab es Geld, das für bestimmte Projekte benötigt wurde. Ausnahmsweise hat die gemeinnützige Organisation jetzt eine Sachspende in Kombination mit einer Dienstleistung bekommen, ohne dafür zahlen zu müssen: Ein Lampertheimer Unternehmen erneuerte die EDV-Ausstattung und installierte sie auch gleich. Am Freitag zeigte die Lebenshilfe unserer Zeitung die technisch erneuerten Büros.

„Unsere Computer-Infrastruktur war veraltet, wir benötigten daher eine neue. Zugleich wollten wir die Betriebskosten senken. Jetzt sind wir moderner ausgestattet, können schneller und sicherer arbeiten, und sparen auch noch 65 Euro Betriebskosten im Monat“, erläuterte Lebenshilfe-Vorsitzender Günther Baus. Die Lampertheimer Firma Webalytics spendete der Lebenshilfe Rechner, Bildschirme und Drucker im Gesamtwert von 3.000 Euro und verzichtete auch auf eine Bezahlung von 55 Arbeitsstunden, die beim Einrichten der neuen Geräte und der Installation der Anwenderprogramme anfielen. Insgesamt kam so die Spende von rund 10.000 Euro zusammen.

„Alle Mitarbeiter können nun auf die Programme zugreifen, die auf dem Server installiert sind. Die Wartung erfolgt, mit Ausnahme der PCs, zentral“, erläuterte Baus. Die Kindertagesstätte Schwalbennest wurde zudem an das Netzwerk der Frühförderstelle angeschlossen. Holger Tempel, Geschäftsführer der 1991 gegründeten Firma Webalytics, berichtete, er habe selbst ein Kind, das die Kita Schwalbennest besucht. Daher kenne er die Lebenshilfe und finde sie unterstützenswert.

Derart gut ausgerüstet, kann die Lebenshilfe nicht nur ihre Verwaltungsaufgaben komfortabler erfüllen, sondern sich auch noch besser auf zwei Jubiläen, die 2015 anstehen, vorbereiten: Die Kita Schwalbennest besteht dann seit 40 Jahren, die Frühförderstelle seit 30 Jahren. In Planung ist ein Festwochenende am 4. und 5. Juli mit einer akademischen Feier sowie einem inklusiven Spiel- und Sportfest. Außerdem ist im Mai 2015 eine größere Veranstaltung vorgesehen, um das Projekt „Lampertheim inklusiv“ abzuschließen. Bei dem Projekt will sich die Lebenshilfe beim Thema Inklusion „fit machen“. „Die Kita Schwalbennest wird dann auch umbenannt: statt integrativ heißt es dann inklusiv“, erläuterte Baus.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 11. Oktober 2014

Informationsveranstaltung „Patientenverfügung“

Die Lebenshilfe Heppenheim hat für Donnerstag, 11.9.2014, 19.30 h, im Lokal „Am Stadtgraben“, Gräffstr. 8, eine Informationsveranstaltung mit dem Rechtsanwalt und Notar Dr. Helmut Engelhard organisiert, zu der gerne auch auswärtige interessierte Lebenshilfe-Mitglieder, Angehörige und Freunde von Behinderten eingeladen sind.

Thema: „Patientenverfügung für Menschen, die selbst nicht geschäftsfähig sind„.

Nach einer Einleitung seinerseits ist RA Dr. Engelhard bereit, Antwort auf Fragen der Zuhörer zu geben.

Fest der Sinne, Kunst und Kultur in den Höfen London Pub und Elzbieta und Peter Liermann

Wir laden alle Mitglieder und Freunde der Lebenshilfe ein zum Fest der Sinne, Kunst und Kultur am 7. September ab 11.00 Uhr in den Höfen London Pub und Elzbieta und Peter Liermann, Ernst-Ludwig-Str. 21 und 23 in Lampertheim.

Es findet ein Kaffee- und Kuchenverkauf zugunsten der Lebenshilfe Lampertheim und Ried e. V. statt.

Weitere Informationen und das Tagesprogramm finden Sie hier.

„Kita Schwalbennest bekommt neues Gesicht“ – Artikel im Südhessen Morgen

SOMMERFEST: Lebenshilfe und Stadt finanzieren Vorplatz

LAMPERTHEIM. Das Sommerfest des Kindergartens Schwalbennest stand unter einem guten Stern: Bis zum Nachmittag hatte es Bindfäden geregnet, aber kaum standen gegen 15 Uhr die ersten Gäste vor der Tür, blieb das unwillkommene Nass aus und der Feier stand nichts mehr im Wege. Und Grund zum Feiern gab es genug: Nachdem im Vorjahr mit der Planung des neuen Vorplatzes begonnen worden war, kam es nun zur Realisierung des Projektes.

Nur drei Wochen dauerte die Bauphase und pünktlich zum feierlichen Abschluss des Kindergartenjahres hatten Arbeiter und Maschinen ihr Werk verrichtet. So wurde das neu gestaltete Areal gleich zu Anfang offiziell eingeweiht. Günther Baus, Erster Vorsitzender der Lebenshilfe, dankte nicht nur den Handwerkern für die reibungslose Durchführung, sondern auch der Stadt Lampertheim für deren finanzielle Beteiligung. „Die Gesamtkosten lagen bei 45 000 Euro, die eine Hälfte davon hat die Lebenshilfe getragen, die andere die Stadt.“

Bürgermeister Gottfried Störmer nahm die Eröffnung vor. Er bezeichnete die Unterstützung der Lebenshilfe als „guten Brauch“ und den Umbau als gelungen: „Das Gesicht hat sich deutlich verändert.“

Beim Sommerfest mit Einweihung des Vorplatzes wurden die Vorschulkinder der Kita Schwalbennest verabschiedet.

Beim Sommerfest mit Einweihung des Vorplatzes wurden die Vorschulkinder der Kita Schwalbennest verabschiedet. Foto: jkl

Danach ging es in den Garten und an die alljährliche Verabschiedung der Vorschulkinder. Wie gut die Stimmung in der Kita ist, zeigte sich daran, dass einige Eltern mit den Tränen zu kämpfen hatten. Und auch die Erzieherinnen schienen keine Freude daran zu haben, ihre Schützlinge nach Jahren in der Kita ziehen zu lassen. Sie brachten den Kleinen ein Klangspiel zum Abschied dar, bevor einige Lieder die unbeschwerte Kindergartenzeit der dreizehn Jungen und Mädchen beendete. Bei Kaffee und Kuchen oder Grillwürsten konnten sich Jung und Alt dann wieder von den emotionalen Momenten erholen und zu Kräften kommen. jkl


Quelle: Südhessen Morgen vom 2. Juli 2014

„Niedrigere Hürden für Eltern“ – Artikel im Starkenburger Echo

LEBENSHILFE Monatliche Sprechstunde der Frühförder- und Beratungsstelle ab Juli in der Fürther Johannisstraße

FÜRTH. Die Lebenshilfe-Ortsvereinigungen Weschnitztal-Überwald sowie Lampertheim und Ried arbeiten künftig mehr zusammen. Für den Standort Fürth bedeutet dies ab Freitag (4. Juli) eine regelmäßige Beratung der Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Lampertheim und Ried.

Mitarbeiterin Veronika Hempler bietet die Sprechstunde einmal im Monat in den Räumen der Lebenshilfe Weschnitztal-Überwald (Johannisstraße 1) an. Die Leiterin der Frühförder- und Beratungsstelle, Susanne Bürkelbach, und ihre Mitarbeiter wirken kreisweit. Ihr Auftrag ist, Familien zu beraten und zu begleiten, die ein Kind mit einer Entwicklungsauffälligkeit oder Behinderung haben, und ein ganzheitliches Förderkonzept „alles aus einer Hand“ für das Kind anzubieten. Susanne Bürkelbach sagte, dass es auch pränatale Beratung gebe und Beratung der Eltern mit Neugeborenen zum Behindertenausweis, Pflegegeld, zur Kontaktvermittlung zu anderen Eltern. Die Förderung endet, wenn das Kind eingeschult ist.

Begleiten, beobachten und betreuen

Das interdisziplinäre Team aus Pädagogen und Therapeuten begleitet kleine Kinder, beobachtet, wie sie sich entwickeln, und bietet umfassende Fördermaßnahmen und Beratungsmöglichkeiten an. Im Team wird geklärt, welche Fachkräfte mit dem Kind arbeiten. Zeitweilig können es auch parallel Logopädinnen oder Ergotherapeutinnen sein. Die zwei Männer und acht Frauen der Frühförderung gehen in Familien, in Kindergärten und Kindertagesstätten hinein oder therapieren in der Einrichtung in Lampertheim. Kern der Arbeit vor Ort ist herauszufinden, was die optimale Beratung für Familien ist. Nach den ersten Beratungsgesprächen wird von der Frühförderstelle ein Förderungs- und Behandlungsplan erstellt.

Ein dritter Schwerpunkt ist die Koordination und enge Verzahnung mit vielen Stellen im Kreis. Neben der Fachberatung für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten und Besonderheiten in Kitas arbeitet das Team mit Erziehungsberatungsstellen und der kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanz zusammen. Susanne Bürkelbach merkte an, dass das kreisweit angelegte Angebot unterschiedlich angenommen werde. So zeigte sich, dass sich Familien aus der Gegend um Fürth, dem Weschnitztal und Überwald vergleichsweise selten melden. Die meisten Anmeldungen zur Förderung kommen aus der Ried-Region. In Kitas werden die Sprechstunden für Eltern verstärkt wahrgenommen.

Neues Beratungsangebot: In Fürth gibt es künftig monatliche Sprechstunden für Eltern entwicklungsauffälliger oder behinderter Kinder. Bei der Vorstellung (von links) Heinz Winter, Vorsitzender der Lebenshilfe Weschnitztal-Überwald, Günther Baus, Vorsitzender der Lebenshilfe Lampertheim und Ried, sowie Susanne Bürkelbach, Leiterin der Frühförder- und Beratungsstelle in Lampertheim.

Neues Beratungsangebot: In Fürth gibt es künftig monatliche Sprechstunden für Eltern entwicklungsauffälliger oder behinderter Kinder. Bei der Vorstellung (von links): Heinz Winter, Vorsitzender der Lebenshilfe Weschnitztal-Überwald, Günther Baus, Vorsitzender der Lebenshilfe Lampertheim und Ried, sowie Susanne Bürkelbach, Leiterin der Frühförder- und Beratungsstelle in Lampertheim. Foto: Karl-Heinz Köppner

Das neue Angebot in Fürth zielt darauf, Familien anzusprechen, deren Kind noch nicht in der Kita ist, oder die einen neutralen Ort zur Beratung suchen, um sich über die Angebote der Frühförder- und Beratungsstelle zu informieren. Susanne Bürkelbach möchte mit den Sprechstunden mehr in Fürth präsent sein und die Hürden für die Familien auf niedriger Schwelle halten. Mit einem kurzen Anruf sei ein Termin in der offenen Anlaufstelle zu machen. „Je früher die Entwicklung therapeutisch gefördert wird, desto besser ist es für das Kind“, fasste sie ihr Anliegen zusammen.

In Zukunft hofft sie auf mehr Achtsamkeit der Kinderärzte, die, wenn Kinder sich auffällig entwickeln und sie keine klare Diagnose stellen können, die Eltern auf die Frühförderstelle verweisen. Der Vorsitzende der Lampertheimer Lebenshilfe,
Günther Baus, betonte, die Umsetzung erfolgreicher Inklusion sei das erklärte Ziel der Lebenshilfe. Die Chancen seien groß, wenn die Rahmenbedingungen früh angepasst werden, damit Kinder vollständig und gleichberechtigt überall dabei sein können – unabhängig von individuellen Fähigkeiten oder Entwicklungsbesonderheiten. bms

Beratungstermine bis Dezember

Die Sprechstunde der Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Lampertheim und Ried wird jeden ersten Freitag im Monat von 8.30 bis 13 Uhr in den Räumen der Lebenshilfe in Fürth (Johannisstraße 1) angeboten – 4. Juli, 1. August, 5. September, 10. Oktober, 7. November und 5. Dezember. Um die Termine gut zu koordinieren und lange Wartezeiten zu vermeiden, ist es sinnvoll, sich vorab bei der Frühförderstelle anzumelden: Telefon 06206 944514 oder E-Mail an die Ansprechpartnerin Veronika Hempler – veronika.hempler(at)Iebenshilfe-lampertheim.de bms


Quelle: Starkenburger Echo vom 1. Juli 2014

„Für einen guten Start ins Leben“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

Von Helmut Orpel

KITA SCHWALBENNEST Eröffnung des neuen Eingangsbereichs und Abschied der Vorschulkinder

LAMPERTHEIM – Große Party im „Schwalbennest“: Am Samstag wurde der neu gestaltete und fast fertiggestellte Eingangsbereich der integrativen Kindertagesstätte „Schwalbennest“ in der Saarstraße feierlich eingeweiht. Nur die Bepflanzung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Im Rahmen dieser Feier verabschiedeten sich auch die Vorschulkinder, die für ihren neuen Lebensabschnitt, die Grundschule, von den Erzieherinnen des „Schwalbennestes“ bestens vorbereitet worden waren, mit Liedern und kleinen Sketchen.

Günther Baus (rechts) begrüßte als Vorsitzender der Lebenshilfe die Gäste und übergab das Wort an die 13 Vorschulkinder.

Bürgermeister Gottfried Störmer übergab den Vorplatz der Einrichtung offiziell seiner Bestimmung. Foto: AfP Asel

Günther Baus, der Vorsitzende der Lebenshilfe e.V., bedankte sich bei der Stadt Lampertheim, den Spendern und den beteiligten Firmen für die zügige und eindrucksvolle Umsetzung der Pläne. Die Neugestaltung des Eingangsbereichs mit neuem Zaun und neuer Tür war nach 37 Jahren dringend nötig geworden. Jetzt entspricht er ganz dem stimmungsvollen Ambiente der kindgerechten Anlage mit weitläufigem Freigelände, wo die Kleinen viele Möglichkeiten zum Spielen haben.

Sogar eine Theaterbühne gibt es dort, wohin sich Kinder, Gäste und Eltern nach den Festreden auch begaben.

Insgesamt betrugen die Kosten für die Neugestaltung des Bereiches rund 45 000 Euro. Die Hälfte davon trug die Stadt, die restlichen 50 Prozent der Verein selbst, der diese Summe vor allem durch Spendensammlungen eingeworben hatte. 5 000 Euro kamen in diesem Zusammenhang durch die Weihnachtsaktion „Leser Helfen“ unserer Zeitung zusammen. Zügig machten sich dann im vergangenen Jahr die beteiligten Firmen an die Planung und gaben ihr Bestes. Dafür bedankte sich der Vorsitzende bei Elke Dubois-Voß, in deren Hände die Planung und Bauleitung lag, bei Jakob Gärtner & Söhne, beim Betonwerk Pfenning, bei der Wetzel GmbH, die die Haustür geliefert und eingebaut hatte, bei der Schlosserei Heinz Guckert und bei Medert Recycling, Lampertheim.

Im Zuge der baulichen Neugestaltung war auch das Corporate Design der „Lebenshilfe“ neu gestaltet worden. Hierfür hatte die Grafik-Designerin Eva Größler ein neues Logo sowie ein dazu passendes Schriftbild entworfen, was bereits beim neuen Orientierungsschild im Eingangsbereich zur Anwendung gekommen war.

Bürgermeister Gottfried Störmer hielt die Eröffnungsrede vonseiten der Stadt. Er betonte dabei, dass gerade im Ausbau solcher Stätten frühkindlicher Erziehung eine wichtige Investitionsaufgabe der Kommune läge. Besonders wenn es sich dabei um Einrichtungen handele, die sich mit Kindern beschäftigen, die es aufgrund irgendwelcher Handicaps im Leben schwerer hätten als andere. Hier sei die Stadt immer bereit, finanzielle Mittel, so weit vorhanden, in die Hand zu nehmen.

Günther Baus (rechts) begrüßte als Vorsitzender der Lebenshilfe die Gäste und übergab das Wort an die 13 Vorschulkinder.

Günther Baus (rechts) begrüßte als Vorsitzender der Lebenshilfe die Gäste und übergab das Wort an die 13 Vorschulkinder. Foto: AfP Asel

Die 13 Vorschulkinder, die nach der Sommerpause mit der Grundschule beginnen, standen im Mittelpunkt der Veranstaltung auf der Freilichtbühne im Gelände der Außenanlage. Leiterin der Kita Pia Münch-Schmitz hatte hier die Moderation der Darbietung übernommen und warb auch in eigener Sache, indem sie auf den Förderkreis „Rückenwind“ aufmerksam machte, der sich für das Wohl der Kinder der „Lebenshilfe“ einsetzt.

Dann folgten die Darbietungen der Kinder und der Erzieherinnen, die mit Liedern und Klangbildern auf die Vielfalt der individuellen Lebensformen hinwiesen. Um dies symbolisch zu unterstreichen, bekamen die zukünftigen Schulkinder jeweils ein Amulett in Gestalt eines Puzzlesteins als Anhänger geschenkt, als Zeichen, dass jeder für sich und doch Teil des großen Ganzen ist. Den Abschluss des gelungenen Einweihungsfestes bildete ein gemütliches Zusammensein der Eltern und Kinder im Hof bei Bratwurst, Smoothies und selbst gebackenem Kuchen.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 30. Juni 2014

„Sind gut verzahnt“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

FRÜHFÖRDERSTELLE Beratung in Fürth

FÜRTH/LAMPERTHEIM – (koc). Hemmschwellen sollen weiter abgebaut und das Angebot für den Bereich Odenwald weiter verbessert werden: Mit Beginn zum 4. Juli richtet die kreisweit tätige „Interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle“ mit Sitz in Lampertheim auch eine feste Beratungszeit in Fürth im Haus der Lebenshilfe-Ortsvereinigung Weschnitztal-Überwald in der Johannisstraße 1 ein. Das bekundeten bei einem Pressegespräch die beiden Vorsitzenden der Lebenshilfe-Vereine Heinz Winter (Fürth/Weschnitztal/Überwald) und Günther Baus (Lampertheim/Ried) gemeinsam mit der Leiterin der Frühförder- und Beratungsstelle, Susanne Bürkelbach.

Jeden ersten Freitag  im Monat räumt in Fürth in den Räumen der Lebenshilfe Weschnitztal/Überwald Veronika Hempler besorgten Eltern und/oder anderen Ratsuchenden von 8.30 bis 13 Uhr die Möglichkeit einer persönlichen Beratung durch die Frühförderstelle ein. Damit soll auch die Zusammenarbeit der Lebenshilfe-Vereine, der Träger der Einrichtungen, intensiviert werden, wie Baus und Winter unisono verdeutlichten. „Wir sind ohnehin kreisweit tätig“, erläutert Susanne Bürkelbach als Leiterin der Stelle mit 13 fest angestellten Mitarbeitern aus Therapeuten, Logopäden und Pädagogen. „Wir kommen zu den Familien, betreuen und beraten Erzieher in den Kindertagesstätten und Kinderkrippen und sind mit anderen Einrichtungen wie den Beratungsstellen, aber auch mit Kinderärzten eng verzahnt.“

Es geht um Kinder mit offensichtlich aufgetretenen Behinderungen, um Entwicklungsauffälligkeiten oder -verzögerungen: „Es gibt auch schon Eltern, die sich pränatal beraten lassen“, sagt Bürkelbach dazu.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu der Frühförderstelle in der Saarstraße ist die Kindertagesstätte „Schwalbennest“ mit eigenen Therapieräumen eingerichtet, eine „echte Inklusionseinrichtung“ mit einer Gruppenstärke von 15 Kindern, darunter jeweils fünf Kinder mit therapeutisch-pädagogischem Förderbedarf.

Die Beratung sollte gerade im Falle des vom Kinderarzt bei den nachgeburtlichen Untersuchungen (den „Us“) festgestellten Auffälligkeiten so schnell wie möglich kontaktiert werden, rät Bürkelbach grundsätzlich. Gemeinsam mit der Familie und dem Kinderarzt wird dann von den Fachleuten der Frühförderstelle ein entsprechender Förder- und Behandlungsplan erstellt. „Wir sind gut verzahnt, haben den Überblick“, sagt Bürkelbach dazu. „Wir kennen die Fördermöglichkeiten auch über das Jugendamt und können die für das Kind und die Familie optimalen Maßnahmen einleiten.“

Grundsätzlich begleitet und berät die Frühförderstelle Familien mit Kindern im Alter von der Geburt bis ins Schulalter. Neben der Beratung zu Fragen der Ausstellung des Behindertenausweises, zu dem Bezug von Pflegegeld und zu Kontakten zu anderen Eltern geht es natürlich um die Fördermaßnahmen.

Diese ruhen auf drei Säulen, auf der Ergotherapeutischen, der Pädagogischen und Logopädischen Frühförderung. Bei der Koordination und Kooperation verweist Bürkelbach auf die enge Zusammenarbeit mit Kitas, den Erziehungsberatungsstellen, den Kliniken, beispielsweise mit der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz der Vitos-Klink in Heppenheim.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 27. Juni 2014